Mittwoch, 6. Juli 2011

Ein Artikel über unsere Kinder in der Abendschule von meiner Mitfreiwilligen Lena Hornstein

Statt Lesen zu lernen putzen sie Schuhe

Viele Eltern müssen in Peru ihre Kinder zum Arbeiten schicken, damit die Familie überleben kann
Statt Lesen zu 
lernen putzen sie Schuhe
Kinderarbeit ist in Peru Alltag. In der Region Cusco leben die Menschen vom Tourismus. Jungen und Mädchen putzen Schuhe, verkaufen Handarbeiten wie beispielsweise geflochtene Armbänder und vieles mehr.
Alexander ist sechs Jahre alt. Er besucht die erste Klasse in Pisaq, einem Dorf in Peru. Gerade erzählt er seinen Schulkameraraden stolz, dass er in der nächstgelegenen Stadt Cusco war. Auch seine Lehrerin hört zu. Sie fragt: „Und, was hast du denn Schönes gemacht in Cusco?“ Alexander schaut zu Boden. Zuerst druckst er nur herum, dann sagt er leise: „Ich musste arbeiten.“
Kinderarbeit ist auch heute noch in Peru ein großes Thema. Oft haben die Kinder nicht einmal das Glück wie Alexander und können tagsüber in die Schule gehen. Viele müssen auch den Tag über arbeiten und können dann erst abends in die vom Staat eingerichteten Abendschulen gehen. Einige gehen auch überhaupt nicht zur Schule.
Die Kinder in der Region Cusco verdienen ihr Geld vor allem durch den Tourismus. So auch Yessica (13) und Magdalena (11). Die beiden sind Freundinnen. „Wir kennen uns schon seitdem wir hier zusammen arbeiten.“
Yessica hat mit sechs Jahren und Monica mit acht Jahren angefangen zu arbeiten. Yessica trägt die typische Tracht der Region Pisaq. Außerdem trägt sie ein kleines Lamm auf ihrem Arm. „Das ist für die Touristen“, sagt sie. Sie kommen jeden Tag in das Dorf Pisaq, um den berühmten Markt zu besuchen. Yessica lässt sich für Geld mit und von ihnen fotografieren. Magdalena knüpft Armbänder und verkauft sie dann auf dem Markt für umgerechnet 0,20 Euro. Einen freien Tag haben die beiden nicht. „Aber das macht nichts“, sagt Yessica, „schließlich sind wir zusammen und können zusammen die Zeit verbringen!“

Sonntag, 22. Mai 2011

Die Zeit fliegt...


Hallo aus dem schönen Peru,
und schon wieder ist über ein Monat vorbei… Die Zeit vergeht wirklich viel zu schnell…in vier Monaten geht es schon wieder nach Hause. Ich freue mich natürlich wieder nach Hause zu kommen und meine Familie und Freund wieder zu sehen, doch es wird mir auch schwer fallen, dieses Land hier zurück zu lassen, in das ich mich so schnell verliebt habe!

Von meiner Arbeit gibt es wieder eine Menge zu berichten. Ich arbeite jetzt  seit  Mitte April wieder in der Schule und bin die ayudante (=Helferin)  von der Lehrerin der zweiten und dritten Klasse. Mit der jetzigen zweiten Klasse habe ich schon letztes Jahr gearbeitet, als sie in der ersten Klasse mit Proffesora Veronika waren. Die jetzige Lehrerin heißt Rosaura. Sie ist noch ziemlich jung und ich verstehe mich sehr gut mit ihr.  In den Klassen  gefällt es mir sehr gut und auch die Kinder haben sich sehr gefreut, als ihnen berichtet wurde, dass ich nun wieder mit ihnen arbeiten werde. Ich darf eine Stunde in der Woche Spiele mit den Kindern machen, was mir besonders viel Spaß macht. Ansonsten helfe ich in allen Unterrichten mit. Im Hauptunterricht, (dem ersten Blog des Unterrichts) korrigiere ich mit Rosaura die Hausaufgaben, nachdem wir zusammen den ersten Teil des Unterrichts, sprich Begrüßung, Gedichte und den rhythmischen Teil beendet haben. Danach kommt die so genannte Arbeitszeit, in der wird der neue Unterrichtsinhalt zusammen mit den Kindern an der Tafel festgehalten und dann kopieren die Kinder dieses auf ein Blatt oder bekommen inhaltbezogene Aufgaben. Bei dieser Arbeit brauchen viele der Schüler Hilfe, meine Aufgabe ist es dann meistens mit den Kindern zu Arbeiten, die Schwierigkeiten mit dem Stoff haben, diese Aufgabe bringt mich oft an die Grenzen meiner Geduld;)  Auch im Handarbeitsunterricht ist meine Hilfe sehr gefragt.  Die Kinder stricken gerade ein Kaninchen.

Die zweite Klasse besteht aus acht Kindern und Sharie und die dritte Klasse besteht aus 9 Kindern. Aus Platzgründen werden beide Klassen zusammen in einem Solon unterrichtet. Am Anfang wurde ich sehr überrascht, wie gut die Lehrerin es schafft, diese beiden Klassen zusammen zu unterrichten. Auch Sharie ist kaum wieder zu erkennen. Sie hat immer noch andere Aufgaben als die anderen Kinder, aber sie schlägt nicht mehr und wird nun auch von ihren Mitschülern nicht mehr geärgert, alle kümmern sich total lieb um sie. Es ist wirklich schön, diese Veränderung zu sehen. Wir haben in unserem Solon also 18 Kinder, für eine deutsche Klasse  hört sich wenig an, ist aber eigentlich ganz gut, denn die Kinder brauchen auch mehr Zuwendung als Kinder in Deutschland, weil sie aus ziemlich armen Verhältnissen stammen. Mehr als die Hälfte von ihnen kann man als „arm“ bezeichnen. So zum Beispiel Ruben, der jeden Tag nach der Schule auf dem Markt in Pisac selbst gemachte Armbänder an die Touristen verkaufen muss. Seine Eltern bräuchten das Geld für die Bank erklärte er mir, nachdem ich ihn einmal danach gefragt habe. Auch Washington ist eines dieser armen Kinder, er hat vor ca einem Jahr seine Mutter bei einer schweren Überschwemmung im Nachbardorf Taray verloren, seid dem wohnt er mit seinen Geschwistern und seinem Vater in einer der Comunidades (kleine Gemeinschaften der ärmeren Leute in den Bergen) von Pisac. Er läuft jeden Tag über eine Stunde zur Schule. Dies waren nur zwei Beispiele, an unserer Schule gibt es noch viele weitere traurige Schicksale. Das hört sich traurig an, aber ich bin froh hier zu sein und den Kindern wenigstens eine kleine Freude machen zu können und sie jetzt in diesem Moment zu unterstützen, denn jedes einzelne von ihnen ist einfach nur wundervoll!

                                            rechts die zweite Klasse und links die dritte Klasse
                                                                             Washington an der Tafel

                                                                                              Pinturas
 Sharie beim Wasserfarbe malen
 Maria Jesus und Ruth
                                                                     Jose und Washington

                                                                        Antuane und Stip

Ciro und Celene


Radhe und Paul

Diego  und Ruben

Santino und Miska

Noria, Rosaura und Dulen

Die ganze zweite Klasse


Mit meiner jetzigen Arbeit bin ich sehr zufrieden. Seit drei Wochen haben wir außerdem angefangen in der Abendschule von Pisaq zu arbeiten. Wir arbeiten dort Dienstag bis Donnerstag von 20:00 bis 21:00 Uhr (oder auch mal länger, wenn die Lehrerin keine Lust hat zu arbeiten…). Die Abendschule besuchen die Kinder, die tagsüber arbeiten müssen. Was total toll ist, dass wir total frei sind und mit den Kindern machen dürfen was wir wollen. So haben wir uns entschieden dienstags manualidades (basteln), mittwochs malen/zeichnen und donnerstags Sport mit den Kindern machen. Die Arbeit dort macht mir sehr viel Spaß! Die Kinder sind auch richtig nett und motiviert mir uns etwas zu machen. Die Materialien für unsere Arbeit in der Abendschule bezahlen wir von den Spenden aus Deutschland! Wir unterrichten zwei Klassen, einmal die erste, in der nur fünf Schüler sind und dann die vierte Klasse, in der 12 Schüler sind. Die Kinder sind viel wilder und härter im Leben, als die Schüler von Kusy Kawsay. Ich jedoch arbeite sehr gern mit ihnen. Diese Woche haben Mareike und ich mit den Großen bunte Sterne gebastelt, während Lena mit den Kleinen ein Spiel gebastelt hat. 









Am Mittwoch habe ich dann mit den Kleinen Wasserfarbenbilder gemalt.




Donnerstag machen Lena und ich immer den Sportunterricht mit den Großen, in dem wir Spiele spielen. Die Lehrerinnen dort freuen sich auch, dass wir ihnen Arbeit abnehmen am Mittwoch ist die Lehrerin sogar während meines “Unterrichts” eingeschlafen.

Anfang Mai waren wir auf dem Geburtstag von Lourdes, meiner Chefin, (60.) in Lima eingeladen. Deshalb durften wir uns zwei Tage freinehmen und übers verlängerte Wochenende nach Lima fahren. Die Geburtstagsfeier war sehr schön. 



Wir haben in Barranco, einem der besten Viertel der Stadt gewohnt und trotzdem wurde Lena auf offener Straße ihre Kamera geklaut.

Ostern waren wir bei Norma im Laden zum Essen eingeladen und Ostersonntag bei Lourdes zum Frühstück. 

Ansonsten genießen wir unser Leben hier in Pisaq. Unser Umzug ist nach wie vor peruanisch geplant (sprich: keiner weiß was…). Aber so wie es bisher aussieht geht es erst Mitte Juli ab in den Regenwald. Wir werden sehen. 
In zwei Wochen kommt mich aber erst einmal meine beste Freundin Annchen besuchen, darauf freue ich mich schon total. 
Liebe Grüße an das Heimatland 
Bis zum nächsten Blog,
eure Anna-Lena

Dienstag, 5. April 2011

Bergfest

Nun ist es auch schon so weit, am 15.März stand mein Bergfest an und nun ist auch schon meine erste Hälfte meines Auslandsjahres hier in Peru vorbei.
Wie ich ja schon in meinem letzten Blogeintrag angekündigt hatte, arbeite ich nun mit Mareike im Kindergarten.


Mein Arbeitsalltag im Kindergarten von Kusi Kawsay sieht folgendermaßen aus: Gegeg 7:30 Uhr gehe ich zusammen mit Mareike, die ebenfalls im Kindergarten arbeitet, aus dem Haus.
Im Kindergarten angekommen, bereiten wir dann erst einmal alles vor ( kehren, frisches Wasser holen, etc.) bevor die ersten Kinder kommen. Die Kinder können sich zunächst in der Freispielzeit selbständig beschäftigen, während ich mit drei Kindern das mitgebrachte Obst für den Früchtesalat kleinschneide. Dann wird gemeinsam aufgeräumt und wir gehen mit den Kindern zum Hände waschen. Danach leitet Sara die jeweilige Tagesaktivität an, bei der wir sie unterstützen: montags Malen mit Wachsmalblöckchen, dienstags Aquarellfarbenmalen, mittwochs Brot backen, donnerstags Malen mit Wachsfarben und freitags gibt es ein Bastelangebot oder ähnliches. Nach dieser Aktivität gehen wir nochmal gemeinsam zum Händewaschen. Dann folgt die "Ronda", ein jahreszeitlich angepasster Liedreigen und anschließend essen alle zusammen den Früchtesalat. Danach gibt es noch einmal eine Freispielzeit, die dann draußen stattfindet. Den Abschluss des Morgens bildet eine Märchenerzählung, wobei sich das Märchen über mehrere Wochen wiederholt.
Während der Aktivitäten ist es unsere Aufgabe, die Kinder still zu halten, damit die Erzieherin Sara ihr Programm durchführen kann. Leider sind in diesem Jahr zu viele Kinder (26!) für den Kindergarten aufgenommen worden, die in dem kleinen Raum zu wenig Platz zum Spielen haben. Zudem ist eines der Kinder behindert und braucht eigentlich eine Sonderbetreuung. Von daher ist unsere Aufgabe nicht immer ganz leicht zu bewältigen. Nach der Kindergartenzeit räumen Mareike und ich alles auf, fegen den Boden, spülen ab und richten den Raum für den nächsten Tag wieder her.
Nachdem wir den Kindergarten aufgeräumt haben, gehen Mareike und ich runter in die Schule und helfen dort Lena dabei, jeden Salon der Schule zu putzen.
Jeden Donnerstagnachmittag findet eine Lehrerkonferenz statt, in der unsere Chefin Lourdes pädagogische Arbeitsweisen mit den Lehrern spricht und allgemeine organisatorische Dinge besprochen werden.


Bisher kannte ich Sara nur aus den Erzählungen von Lena und Mareike, doch nun habe ich sie auch selbst kennen gelernt. Leider hat Sara mich mit keinem Wort in den Kindergartenalltag eingeführt und mir auch keine konkreten Aufgaben zugeteilt. So stand ich in den ersten Tagen einfach oft da und wusste nicht, wie ich mich verhalten sollte. An Saras Reaktionen konnte ich nur oft genug "ablesen", dass ich etwas nicht richtig gemacht habe. Auch auf Nachfragen meinerseits habe ich keine Anweisungen oder Erklärungen erhalten, was die Arbeit in der Gruppe äusserst schwer macht. Dass es nun schon halbwegs "läuft", habe ich Mareike zu verdanken, die mir sehr viel gesagt und erklärt hat. Sara und ich haben auch ein Problem mit der Verständigung, da sie sehr undeutlich Spanisch spricht, was ich nicht immer verstehen kann. Obwohl wir noch nicht lange zusammen arbeiten, musste ich mich schon sehr oft zusammen reißen um nicht vor den Kindern die Nerven zu verlieren. Es macht den Eindruck, dass Sara mit den vielen Kindern (26) völlig überfordert ist. Sie reagiert in gleichen Situationen völlig unterschiedlich, so dass wir und auch die Kinder nie wissen, woran wir eigentlich sind. Es gab auch schon einige Situationen, in denen sie mich oder Mareike einfach am Arm gepackt hat, uns weggezogen hat und uns vor den Kindern bloß gestellt hat. Es ist einfach schwierig für mich, sich richtig in die Arbeit einzubringen, da ich immer befürchten muss, wieder alles falsch zu machen. Das finde ich sehr schade, denn die Arbeit mit den kleinen Kindern macht mir wider Erwarten sehr viel Spaß. Manches Mal kann ich den Unmut der Kinder oder ihren Widerstand gegen Saras Anweisungen oder Forderungen nur zu gut verstehen.
Wenn Lourdes weitere Pläne eingehalten werden, wird das Ganze ja nur bis zum 28. April dauern. Denn dann geht es hoffentlich endlich nach Tarapoto, wo wir ein ganz neues Projekt mit aufbauen dürfen, in das wir dann endlich auch mal Eigeninitiative mit einbringen können;) Darauf freue ich mich schon wahnsinnig!!!

Eine große Schattenseite hat der Umzug jedoch leider. Denn meine beste Freundin, Anne-Sophie, die gerade ihren Freiwilligendienst in Brasilien absolviert, wird Anfang Juni für 10 Tage nach Cusco kommen. Ich hoffe dass es mir irgendwie möglich ist, in dieser Zeit ebenfalls noch einmal hier zu sein. Dies wird sich jedoch erst Ende nächster Woche entscheiden. Vielleicht hilft es ja, wenn ihr uns die Daumen drücken würdet:)

Auch waren diesen Monat endlich meine Eltern zu Besuch hier. Wir hatten das Glück, uns einiges zusammen ansehen zu können, anderes mussten sich sich alleine angucken, weil ich arbeiten musste. Es war eine sehr schöne, jedoch viel zu kurze Zeit mit ihnen. Dennoch bin ich sehr dankbar für ihren Besuch, denn nun können sie sich ein besseres Bild von meinem Leben hier machen und können auch mit meinen Erzählungen mehr anfangen.

Ich hoffe es geht euch allen Gut!
In diesem Sinne auf eine spannende zweite Halbzeit!

Eure Anna-Lena

Mittwoch, 2. März 2011

Veränderung


Die Regenzeit hat hier alles zum bluehen gebracht;)

Wie Ihr alle sicherlich aus meinen vergangenen Blogeinträgen herauslesen konntet, war die Arbeit an der Schule Kusi Kawsay nicht immer ganz einfach für mich. Alle Dinge, die ich einführen, verändern oder mit den Kindern machen wollte, wurden abgelehnt. Dieses Ablehnen der Schule war zwischenzeitlich sehr hart für mich, besonders im Dezember, da alles was mit dem christlichen Glauben zu tun hatte, abgelehnt wurde, so beispielsweise auch meinen, stundenlang gebastelten, Adventskalender oder mein Vorschlag mit den Kindern Sterne zu basteln.  Ich hatte keine Möglichkeit etwas an der Situation zu ändern, merkte aber gleichzeitig, dass ich durch die Tatsache, nie etwas Eigenes in den Unterricht einbringen zu können, immer unmotivierter wurde.
In den Ferien habe ich mir dann überlegt, dass ich den Kindern gerne Blockflötenunterricht geben möchte, da diese bisher keinen musikalischen Teil in ihrem Unterricht haben. Ich schrieb also einen Spendenaufruf an meine alte Schule in Deutschland und bat um Blockflötenspenden. Doch als den Verantwortlichen meine Idee vorgeschlagen wurde, wurde auch diese wieder abgelehnt mit der Begründung, Blockflötenunterricht sei zu „westlich“. Auch wenn es alles nur Kleinigkeiten sind, bekommt man doch das Gefühl, dass man ausschließlich als Arbeitskraft hier ist und überhaupt kein Interesse am gegenseitigen Kulturaustausch besteht. Was gerade für einen Freiwilligen der mit seinen Vorstellungen und Vorbereitungen in ein so fremdes Land kommt sehr hart ist.

Als ich Mitte Februar dann erfuhr, dass ich nach den Ferien, die noch bis März gehen, mit Lena tauschen werde und im Kindergarten arbeiten soll, war meine Motivation, schon vor Arbeitsbeginn  wieder am Boden. Da ich  von Anfang an in meinem Sozialen Jahr nicht mit Behinderten  und  nicht im Kindergarten arbeiten wollte. Hier angekommen musste ich erst das eine machen, habe mich mit damit arrangiert und nun muss ich das andere auch noch machen.

Den Februar haben wir damit verbracht die komplette Schule zu putzen, Tische und Stühle zu säubern, Fenster zu putzen, Böden einzuwachsen usw. Danach haben wir die kompletten Spielsachen des Kindergartens Bauklötze, Puppen, Puppenkleider, Spieltücher, Schützen, Schneckenbänder, usw. per Hand gewaschen und die Sachen die es nötig hatten ausgebessert. Dann haben wir für die erste Klasse Wachsmalblöckchenstiftemäppchen genäht. Die Klasse wird aus 24 Schülern bestehen, die letzte bestand aus 10 und der Klassenraum war schon recht gefüllt.
Den Rest der Zeit haben wir damit verbracht für die komplette Schule Malunterlagen herzustellen.

  Lena beim Malunterlagen basteln;)


In der letzten Februar Woche hatten wir unser Zwischenseminar in Lima. Es ist für jeden weltwärts Freiwilligen  Pflicht und ging von Montag 21.02.2011 bis Freitag den 25.02.2011.
Am ersten Tage hat jeder sein Projekte und seine Rolle in seinem Projekt vorgestellt. Jeden Abend hatten wir Volkstanzunterricht, was super viel Spaß gemacht hat aber auch sehr anstrengend war.
Am zweiten Tag haben wir in kleinen Gruppen unseren bisherigen Dienst reflektiert, den wir vorher in  einer Arbeits- Kurve und einer Stimmungs- Kurve dargestellt hatten . Das fand ich sehr interessant, weil man sich so noch einmal in verschiedene Situationen der vergangenen sechs Monate versetzen musste.
Am Mittwoch fuhren wir nach dem Frühstück in eins der ärmeren Viertel von Lima. Dort wurden wir in kleineren Gruppen von einer Mitarbeiterin einer Fraueninitiative in drei verschiedene Comedores geführt. Die Comedores sind mit unseren Suppenküchen in Deutschland zu vergleichen. Sie sind durch einen Zusammenschluss von Frauen, speziell von jungen Müttern gegründet worden.  Jeden Tag arbeiten drei bis vier andere Mütter dort, jede arbeitete jede Woche einmal.  Es wird täglich (außer Sonntags) für ca 90-150 Menschen gekocht. Diese kommen zwischen 12:00 Uhr und 13:00 Uhr dort hin und holen sich ihr Essen, was aus einem drei Gänge Menü besteht , ab. Es gibt  drei Arten von  Comedores, Kindercomedores, Familiencomedores und Erwachsenencomedores. Von der Art hängt auch der Preis ab, während die Kinder 50 Centimos (ca 15 Cent) bezahlen, liegt der Preis bei den andern beiden zwischen 90 Centimos und 1,20 Soles.
Diesen Ausflug fand ich sehr interessant und schön, auch wenn ich mich in dem Viertel teilweise sehr unwohl gefühlt habe. Man wird als Weiße gerade in solchen Vierteln sehr angestarrt. Die meisten begegnen einem unheimlich freundlich, es gibt jedoch auch das Gegenteil. Uns Mädchen wurde auch sehr oft etwas hinterher gerufen, oder die Leute haben angehalten und uns angestarrt. Es war auch ein recht gefährliches Viertel, so meine unsere Führerin, die dort wohnt, auch sie könnte Abends und Nachts nicht auf die Straße gehen. Überall auf dem Weg den wir gegangen sind, hat man immer wieder Bandenzeichen, mit denen sie ihr Revier abstecken, gesehen. Von den Frauen in den Comedores wurden wir jedoch sehr herzlich aufgenommen und man hat ihnen angemerkt, dass sie sich über unseren Besuch freuen. Wir haben beim Kochen mitgeholfen, uns mit ihnen unterhalten und Fragen gestellt. Es war eine sehr schöne Stimmung. Am Ende haben wir dann auch dort gegessen, wurden aber eingeladen und durften nichts bezahlen.
Nachmittags waren wir dann in einem Projekt, wo ebenfalls Freiwillige von uns arbeiten. Es nennt sich Runanyay und war die Stelle wo ich am liebsten in Peru hingegangen wäre. Diese Einrichtung arbeitet mit Jugendlich mit schwieriger Vergangenheit, viele haben häusliche Gewalt miterleben müssen oder haben eine Bandenvergangenheit. Die Jugendlichen kommen in ein 3 jähriges Programm, das ihnen hilft ihr Leben zu ordnen und ihnen zeigt, wie sie selbstständig leben können. Es werden Ausbildungen oder auch Wohnungen für sie gesucht. Zusätzlich werden in der Einrichtung Workshops angeboten, und die hergestellten Produkte werden dann verkauft und der Erlös wird an die Jugendlichen weiter gegeben.
Dort haben wir uns mit einigen Jugendlichen der Einrichtung getroffen, mit ihnen Volleyball gespielt, uns mit ihnen unterhalten und abends haben wir alle zusammen mit unserem Tanzlehrer getanzt.
Donnerstagmorgen hat Lourdes, unsere Chefin, einen interessanten Vortrag über die Geschichte Perus gehalten. Nachmittags würde dann darüber diskutiert, was weltwärts für uns bedeutet. Da kamen sehr viele Meinungen zu Tage.

Lourdes und ich

Am Freitag haben wir einen Ausblick gemacht, in dem sich jeder noch mal Zeit genommen hat und sich überlegt hat was er ändern möchte und was er in der verbliebenen Zeit noch machen möchte. Diesen Ausblick fand ich sehr gut und ich denke er hilft, dass man nicht am Ende seines Jahres merkt, was man alles noch machen wollte.
Im Nachhinein muss ich sagen, hat mir das Seminar sehr viel gebracht. Und obwohl ich diese Probleme in der Schule habe und wir auch immer wieder große Probleme mit Lourdes haben, habe ich auf dem Seminar gemerkt, dass ich eine der schönsten  und vor allem der sinnvollsten Stellen habe. Meine Stelle kommt meiner Vorstellung von dem weltwärs-  Programm am Nächsten. Und ich würde auch mit guten Gewissen sagen, dass wir auch am meisten von der peruanischen Kultur mitbekommen. Da es einfach etwas anderes ist in einem kleinen Andendorf zu wohnen oder in der Millionenmetropole Lima. Ich freue mich nun auch total auf die Zukunft, in der sich,  wie ich gleich noch berichten werde, einiges grundlegend ändern wird.

Lena, Lourdes, Mareike und ich

Um Weihnachten herum, gab es einen großen Bruch mit der Schule und unserer Chefin Lourdes. Wir wissen nicht genau, was da vorgefallen ist. Tatsache ist jedoch, dass auch sie vieles nicht umsetzten konnte, was sie wollte, weil es den Leitern der Schule zu wenig mit ihrer Kultur zu tun hatte. Lourdes ist nun aber kein Mensch der sich etwas vorschreiben oder verbieten lässt. Da kam ihr der Gedanken wegzuziehen. Erst hieß es für uns, dass wir nach den zwei Wochen, die wir im Juli im Urwald arbeiten werden, nach Tarapoto ziehen werden. Tarapoto liegt am Urwald im Norden Perus. Dort möchte Lourdes ein neues Projekt mit Kindern auf die Beine stellen.
Nun hat sie  mit den Freunden der Erziehungskunst schon alles abgeklärt und sich dazu entschieden, dass wir bereits Ende April dort hinziehen werden. Das heißt für uns, dass wir nur noch zwei Monate an dieser Schule arbeiten müssen und uns danach endlich frei in unserer Arbeit entfalten können. Auf der anderen Seite müssen wir das, was wir uns in dem letzten halben Jahr aufgebaut haben, sowie alle Freunde und Bekannte hinter uns lassen und noch einmal ganz von vorne anfangen.
Daher sind meine Gefühle was den Umzug angeht sehr gemischt. Denn es ist schon nicht einfach irgendwo völlig neu anzufangen und es ist auch sehr schade, weil es uns hier mittlerweile sehr gut geht. Auf der anderen Seite wüsste ich auch nicht wie ich diese Arbeit hier ein weiteres halbes Jahr aushalten sollte. Daher freue ich mich was die Arbeit angeht wahnsinnig auf das neue Projekt und im Gegenzug dazu dämpft der Abschied meine Freude natürlich schon ein wenig.
Aber da ich hier ja eigentlich zum Arbeiten bin und diese 8 Stunden meines Tages ausmachen, ist meine Freude größer.
Eine weitere Veränderung, die uns hier ab März betrifft, ist, dass wir zwei Mal die Woche in einer Abendschule hier in Pisac unterrichten werden. Wir haben vor, zu Dritt eine Art Musikprojekt auf die Beine zu stellen, ob das jedoch klappt, wird sich erst noch heraus stellen.

Nun kommen Anfang März auch mal meine Eltern auf die ich mich wahnsinnig freue!!!

Ich hoffe bei euch lässt die Kälte nun auch langsam nach und ihr habt einen wunderschönen Frühlingsanfang.

 Am Strand in der Naehe von Lima, wo wir das Wochenende vor dem Seminar waren

 Im Wasserpark in Lima, wo wir das Wochenende nach dem Seminar waren;)




Liebe Grüße aus Peru
Eure Anna-Lena

Montag, 7. Februar 2011

Hallo ihr Lieben



Ersteinmal muss ich mich bei ihnen/euch allen dafür entschuldigen, dass ich nun schon so lange nichts mehr in meinen Blog geschrieben habe.
Da der Rest der Adventszeit sehr stressig verlief, weil mit ihr nicht nur das Schuljahr endete und die Sommerferien anfingen, sondern ich mich auch noch auf meine erste große Reise vorbereiten musste, blieb mir leider keine Zeit mehr einen Blogeintrag zu verfassen.
Ich hoffe jedoch, dass ich nun endlich mein Vorhaben, regelmäßiger zu bloggen, umsetzen kann.

Meine Reise fing am 22. Dezember an, indem ich nach Sao Paulo flog. Dort wohnte ich bei meiner besten Freundin Anne-Sophie, die ihren Freiwilligendienst in Sao Paulo absolviert. In Sao Paulo feierte ich zusammen mit noch anderen Freiwilligen aus ganz Brasilien ein wunderschönes Weihnachtsfest der etwas anderen Art. Mir fehlte meine Familie in dieser Zeit sehr.
Zwischen den Jahren fuhren wir nach Iguacu und schauten uns sowohl die brasilianische, wie auch die argentinische Seite der unglaublichen Wasserfälle dort an.




Über Silvester  und Neujahr waren wir in Rio de Janeiro. Den 31.12.2010 verbrachten wir mit ca. 2,5 Millionen Menschen in Weiß (das ist eine Tradition in Brasilien) beim größten Feuerwerk der Welt am Strand Copacabana.


                                                           Annchen und ich in Rio 

                                             Oben auf dem ChristusBerg in Rio

                                                          Ausblick auf den Zuckerhut

                                                     Annchen und ich am Ipanema

Nachdem ich dann noch einige Tage in Sao Paulo verbracht hatte, traf ich mich mit meinen Mitfreiwilligen Lena und Mareike wieder in Lima.

                                                           Mareike, Ich und Charlotte

Von dort aus ging es zu einem herrlichen Ort in Peru: nach Huancachina. Huancachina ist eine kleine Oase mitten in der Wüste in der Nähe von Ica (ca. 300 Kilometer von Lima entfernt).

                                                  Nachts in unserem Hostelpool

                        

                                                    Wir auf unserer Sandboardingtour

Von dort aus haben wir dann auch eine Tour auf die Paracasinseln gemacht.

                                                         Lena und ich auf dem Boot



Dort kam mich dann auch Christian, der zur Zeit ebenfalls einen Freiwilligendienst in Sao Paulo absolviert, besuchen. Mit ihm fuhr ich dann nach einigen Tagen nach Cusco und Pisac, um ihm zu zeigen, wie wir hier leben. Von Cusco aus sind wir dann nach Puno an den Titicacasee gefahren.

                                                    Ein Mirador (Aussichtspunkt) in Puno






Nach einer Inseltour auf die schwimmenden Inseln der Uros sind wir dann weiter nach Bolivien nach Copacabana, wo wir unsere letzte gemeinsame Nacht verbrachten.

                                                           Autotaufe in Copacabana


                                                            Christian und ich

Am nächsten Tag guckten wir uns die berühmten Auto-taufen vor der Kirche, sowie die Kirche selbst an. Mittags mussten wir uns dann trennen, denn Christian fuhr zurück nach Cusco, von wo sein Flug „nach Hause“ ging und ich fuhr weiter nach La Paz, wo ich drei Nächte bei einem Couchsurfer schlief. Er hieß Santiago und war ein ehemaliger Reiseführer, was mir sehr zugute kam, da er mir viel zeigte und erzählte.

                                                           Mirador  ueber La Paz

Santi musste dann nach drei Tagen geschäftlich verreisen und so zogen  Charlotte, die nun auch schon einen Tag in La Paz war, und ich in ein Hostel um, wo wir auch einen Tag später die anderen trafen. Charlotte und ich fuhren an einem Tag die gefährlichste Strasse Südamerikas mit dem Fahrrad herunter. Die Tour fängt auf 5000 Metern Höhe an und endet auf 1000 m. Wir fingen in völliger Öde an zu fahren und hörten im Urwald auf.






 Leider tat mir die Höhe nicht so gut, was sich jedoch erst am Ende, auf der Heimfahrt, durch heftige Kopfschmerzen äußerte . Nachdem ich im Hostel einfach ins Bett gefallen war und erst nach 15 Stunden wieder aufwachte ging es mir wieder besser. Am nächsten Tag fuhren wir dann wieder zurück nach Puno, von wo aus wir eine zweitägige Tour mit einer Übernachtung auf der Titicacaseeinsel Amantaní buchten. 


                                             Der Ausblick aus unserem Fenster in Amantani

                                                                   Unser Gastpapi

                                               Wir in der Inseltracht auf einem Tanzabend


                                                         Oben auf dem Berg auf Mantani

                                                         Mareinke, Lena und ich


 Die Tour war sehr schön, wir übernachteten auf der Insel Amantaní bei einer Familie, die uns beherbergte und bekochte. Am nächsten Tag fuhren wir dann bei heftigem Wellengang auf die Nachbarinsel Taquile, die auch als die Insel der strickenden Männer bekannt ist. Dort aßen wir frische Trucha (Forelle) und fuhren dann wieder drei Stunden mit dem Boot nach Puno, von wo aus wir dann sofort weiter nach Cusco fuhren.
Zuhause angekommen erwartete uns eine böse Überraschung. Lenas und mein Zimmer waren während unserer Abwesenheit von Schimmel befallen worden. Nach fast einer Woche erklärte sich unser Vermieter dann endlich dazu bereit, den Schimmel zu entfernen, sodass nun endlich wieder  jeder in seinen Zimmer wohnen kann. Aber das war nicht die einzige unangenehme Überraschung. Am Sonntag den 29.01.2011 gingen wir dann, weil wir mit ihr verabredet waren, zu Lourdes, um dort von der Nachbarin mitgeteilt zu bekommen, dass sie gar nicht da ist und erst in 10 Tagen aus Lima wieder kommt. Sie hat uns nichts davon gesagt und uns auch keine Nachricht hinterlassen. Das Jahr fängt also gut mit ihr an, was ich sehr schade finde. Erst als wir dann bei dem Schulleiter waren, erfuhren wir, dass Lourdes uns wenigstens eine Aufgabe gestellt hatte, nämlich in der ersten Woche unserer Arbeitszeit die komplette Schule zu putzen...Prima.
Naja das haben wir dann nun auch getan und ich bin gespannt, was wir in den nächsten Wochen tun sollen, denn die Schule fängt erst am 7. März wieder an.
Allerdings haben wir ja auch Ende Februar eine Woche lang unser Zwischenseminar mit allen Freiwilligen aus Peru in Lima.
Danach kommen dann auch schon bald meine Eltern zu Besuch, worauf ich mich riesig freue.
Ich habe mir in den Ferien einige Gedanken darüber gemacht, wie ich mehr eigene Dinge mit den Schülern machen kann und bin so auf die Idee gekommen in meiner alten Schule einen Spendenaufruf nach alten Blockflöten zu veröffentlichen, die mir dann hoffentlich über meine Elten mitgebracht werden. Denn ich würde sehr gerne im kommenden Schuljahr in der zweiten Klasse, in der ich ja nun arbeiten werde, Flötenunterricht anbieten. Ich hoffe, dass ich genügend Flöten zusammen bekommen werde.

So, das war es nun erst einmal wieder von mir.
Ich hoffe euch geht es auch allen gut!

Ganz liebe Grüße aus Pisac
Eure Anna-lena