Sonntag, 22. Mai 2011

Die Zeit fliegt...


Hallo aus dem schönen Peru,
und schon wieder ist über ein Monat vorbei… Die Zeit vergeht wirklich viel zu schnell…in vier Monaten geht es schon wieder nach Hause. Ich freue mich natürlich wieder nach Hause zu kommen und meine Familie und Freund wieder zu sehen, doch es wird mir auch schwer fallen, dieses Land hier zurück zu lassen, in das ich mich so schnell verliebt habe!

Von meiner Arbeit gibt es wieder eine Menge zu berichten. Ich arbeite jetzt  seit  Mitte April wieder in der Schule und bin die ayudante (=Helferin)  von der Lehrerin der zweiten und dritten Klasse. Mit der jetzigen zweiten Klasse habe ich schon letztes Jahr gearbeitet, als sie in der ersten Klasse mit Proffesora Veronika waren. Die jetzige Lehrerin heißt Rosaura. Sie ist noch ziemlich jung und ich verstehe mich sehr gut mit ihr.  In den Klassen  gefällt es mir sehr gut und auch die Kinder haben sich sehr gefreut, als ihnen berichtet wurde, dass ich nun wieder mit ihnen arbeiten werde. Ich darf eine Stunde in der Woche Spiele mit den Kindern machen, was mir besonders viel Spaß macht. Ansonsten helfe ich in allen Unterrichten mit. Im Hauptunterricht, (dem ersten Blog des Unterrichts) korrigiere ich mit Rosaura die Hausaufgaben, nachdem wir zusammen den ersten Teil des Unterrichts, sprich Begrüßung, Gedichte und den rhythmischen Teil beendet haben. Danach kommt die so genannte Arbeitszeit, in der wird der neue Unterrichtsinhalt zusammen mit den Kindern an der Tafel festgehalten und dann kopieren die Kinder dieses auf ein Blatt oder bekommen inhaltbezogene Aufgaben. Bei dieser Arbeit brauchen viele der Schüler Hilfe, meine Aufgabe ist es dann meistens mit den Kindern zu Arbeiten, die Schwierigkeiten mit dem Stoff haben, diese Aufgabe bringt mich oft an die Grenzen meiner Geduld;)  Auch im Handarbeitsunterricht ist meine Hilfe sehr gefragt.  Die Kinder stricken gerade ein Kaninchen.

Die zweite Klasse besteht aus acht Kindern und Sharie und die dritte Klasse besteht aus 9 Kindern. Aus Platzgründen werden beide Klassen zusammen in einem Solon unterrichtet. Am Anfang wurde ich sehr überrascht, wie gut die Lehrerin es schafft, diese beiden Klassen zusammen zu unterrichten. Auch Sharie ist kaum wieder zu erkennen. Sie hat immer noch andere Aufgaben als die anderen Kinder, aber sie schlägt nicht mehr und wird nun auch von ihren Mitschülern nicht mehr geärgert, alle kümmern sich total lieb um sie. Es ist wirklich schön, diese Veränderung zu sehen. Wir haben in unserem Solon also 18 Kinder, für eine deutsche Klasse  hört sich wenig an, ist aber eigentlich ganz gut, denn die Kinder brauchen auch mehr Zuwendung als Kinder in Deutschland, weil sie aus ziemlich armen Verhältnissen stammen. Mehr als die Hälfte von ihnen kann man als „arm“ bezeichnen. So zum Beispiel Ruben, der jeden Tag nach der Schule auf dem Markt in Pisac selbst gemachte Armbänder an die Touristen verkaufen muss. Seine Eltern bräuchten das Geld für die Bank erklärte er mir, nachdem ich ihn einmal danach gefragt habe. Auch Washington ist eines dieser armen Kinder, er hat vor ca einem Jahr seine Mutter bei einer schweren Überschwemmung im Nachbardorf Taray verloren, seid dem wohnt er mit seinen Geschwistern und seinem Vater in einer der Comunidades (kleine Gemeinschaften der ärmeren Leute in den Bergen) von Pisac. Er läuft jeden Tag über eine Stunde zur Schule. Dies waren nur zwei Beispiele, an unserer Schule gibt es noch viele weitere traurige Schicksale. Das hört sich traurig an, aber ich bin froh hier zu sein und den Kindern wenigstens eine kleine Freude machen zu können und sie jetzt in diesem Moment zu unterstützen, denn jedes einzelne von ihnen ist einfach nur wundervoll!

                                            rechts die zweite Klasse und links die dritte Klasse
                                                                             Washington an der Tafel

                                                                                              Pinturas
 Sharie beim Wasserfarbe malen
 Maria Jesus und Ruth
                                                                     Jose und Washington

                                                                        Antuane und Stip

Ciro und Celene


Radhe und Paul

Diego  und Ruben

Santino und Miska

Noria, Rosaura und Dulen

Die ganze zweite Klasse


Mit meiner jetzigen Arbeit bin ich sehr zufrieden. Seit drei Wochen haben wir außerdem angefangen in der Abendschule von Pisaq zu arbeiten. Wir arbeiten dort Dienstag bis Donnerstag von 20:00 bis 21:00 Uhr (oder auch mal länger, wenn die Lehrerin keine Lust hat zu arbeiten…). Die Abendschule besuchen die Kinder, die tagsüber arbeiten müssen. Was total toll ist, dass wir total frei sind und mit den Kindern machen dürfen was wir wollen. So haben wir uns entschieden dienstags manualidades (basteln), mittwochs malen/zeichnen und donnerstags Sport mit den Kindern machen. Die Arbeit dort macht mir sehr viel Spaß! Die Kinder sind auch richtig nett und motiviert mir uns etwas zu machen. Die Materialien für unsere Arbeit in der Abendschule bezahlen wir von den Spenden aus Deutschland! Wir unterrichten zwei Klassen, einmal die erste, in der nur fünf Schüler sind und dann die vierte Klasse, in der 12 Schüler sind. Die Kinder sind viel wilder und härter im Leben, als die Schüler von Kusy Kawsay. Ich jedoch arbeite sehr gern mit ihnen. Diese Woche haben Mareike und ich mit den Großen bunte Sterne gebastelt, während Lena mit den Kleinen ein Spiel gebastelt hat. 









Am Mittwoch habe ich dann mit den Kleinen Wasserfarbenbilder gemalt.




Donnerstag machen Lena und ich immer den Sportunterricht mit den Großen, in dem wir Spiele spielen. Die Lehrerinnen dort freuen sich auch, dass wir ihnen Arbeit abnehmen am Mittwoch ist die Lehrerin sogar während meines “Unterrichts” eingeschlafen.

Anfang Mai waren wir auf dem Geburtstag von Lourdes, meiner Chefin, (60.) in Lima eingeladen. Deshalb durften wir uns zwei Tage freinehmen und übers verlängerte Wochenende nach Lima fahren. Die Geburtstagsfeier war sehr schön. 



Wir haben in Barranco, einem der besten Viertel der Stadt gewohnt und trotzdem wurde Lena auf offener Straße ihre Kamera geklaut.

Ostern waren wir bei Norma im Laden zum Essen eingeladen und Ostersonntag bei Lourdes zum Frühstück. 

Ansonsten genießen wir unser Leben hier in Pisaq. Unser Umzug ist nach wie vor peruanisch geplant (sprich: keiner weiß was…). Aber so wie es bisher aussieht geht es erst Mitte Juli ab in den Regenwald. Wir werden sehen. 
In zwei Wochen kommt mich aber erst einmal meine beste Freundin Annchen besuchen, darauf freue ich mich schon total. 
Liebe Grüße an das Heimatland 
Bis zum nächsten Blog,
eure Anna-Lena